Archivgeschichte
Geschichte des Kreisarchives Nordfriesland
In den 1970ern wurde nicht nur mit der Gebietsreform der neue Kreis Nordfriesland geschaffen, sondern 1973 auch der Aufbau eines Kreisarchives beschlossen. Bereits zwei Jahre später wurde das Kreisarchiv Nordfriesland gegründetund in den Räumlichkeiten des Husumer Schlosses untergebracht. Dabei sollte es die Aufgaben der Bewertung, Erschließung und Bestanderhaltung für das Schriftgut der Kreisverwaltung übernehmen und die Unterlagen für die nordfriesische Bevölkerung zugänglich machen. Außerdem öffnete sich das Kreisarchiv auch für die Ämter und Gemeinden. Dieses Angebot nahmen besonders die beiden Altenkreise Husum und Eiderstedt an.
1992 wurde das Landesarchivgesetz in Schleswig-Holstein eingeführt und verpflichtete damit sowohl das Land, als auch die Kommunen zur Führung eines Archives als eine hoheitliche Aufgabe. Das Kreisarchiv Nordfriesland etablierte sich in den darauffolgenden Jahrzehnten als Gemeinschaftslösung zur Archivierung für einen Großteil der nordfriesischen Ämter und Gemeinden. Heute betreut es das Schriftgut der Stadt Husum sowie die Ämter Eiderstedt, Südtondern, Mittleres Nordfriesland, Viöl und Pellworm. Dadurch zählt es mit seinem vielseitigen Bestand zu den größeren Archiven Schleswig-Holsteins.
2006 zog es dann in das ehemalige Gebäude der Landeszentralbank in Husum, wo es noch heute untergebracht ist. Zu den Besonderheiten ist der Bestand des Landschaftsarchives Eiderstedt zu zählen. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1461. Daneben ist das Eiderstedter Landrecht, auch bekannt als das Rote Buch, von 1466 hervorzuheben. Darüber hinaus verfügen wir über eine große Fotosammlung, bei der vor allem die zwei umfangreichen Fotosammlungen der Fotografen Hans Hoffmann und Walther Nehm hervorzuheben sind. Beide erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Nutzenden. 2025 wurden die ersten wichtigen Schritte für den Weg in das digitale Zeitalter gelegt. Zum einen nimmt das Kreisarchiv Nordfriesland am Pilotprojekt des ITV-SH zur Einführung des digitalen Magazins (kurz DIMAG) teil, um auch in Zukunft mit der E-Akte eine rechtssichere und adäquate Archivierung digitaler Unterlagen sicherzustellen. Zum anderen wurde mit dem Projekt „Vergangenheit…digital!“ sowohl die Grundlage geschaffen, junge Menschen in das wissenschaftliche Arbeiten und die Regionalforschung einzubinden, als auch einen digitalen Zugang zum Kreisarchiv zu schaffen.